Minardi

Minardi PS04B Ford (2005)Seit 1972 war Giancarlo Minardi in den Motorsport involviert: Jahrelang unterhielt er ein Formel 2 Team mit moderatem Erfolg, ab 1980 war er in dieser Klasse mit seinen eigenen Wagen vetreten. 1981 gelang Michele Alboreto in Misano der erste und bisher immer noch einzige Sieg. Als 1985 die Formel 2 in die Formel 3000 umgewandelt wurde, entschloss man sich gleich in die Formel 1 einzusteigen: Mit einem Wagen pilotiert von Pierluigi Martini ging man an den Start. Seitdem brachte man aber praktisch keinen Schritt vorwärts. 1997 verkaufte man den Großteil des Teams an Gabriele Rumi (Fondmetal), Flavio Briatore (Benetton) und den ehemaligen F1 Piloten Alessandro Nannini. Immer am Rande der Existenz operierend gelangen dem trotz aller Schwierigkeiten noch enthusiastischen Team Zufallstreffer, wenn die Konkurrenz versagte. 1999 rettete einer dieser Zufallstreffer kurzfristig den Verbleib in der höchsten Klasse des Motorsports, als Marc Gene beim Grand Prix von Europa einen WM Punkt holte. Mit den zwei Jahre alten Ford Motoren, die ab 2000 unter der Bezeichnung Fondmetal verwendet wurden, war zu erwarten, dass man so gut wie sicher das Schlußlicht im Starterfeld bilden würde: Chefkonstrukteur Gustav Brunner gelang aber ein ausgezeichnetes Chassis. Auch wenn man keinen einzigen Punkt holte, so verwies man Prost auf den letzten Platz in der F1 Hackordnung. 2001 kam der Verkauf an Paul Stoddart - Besitzer der European Aviation Group, Giancarlo Minardi blieb in der Direktion des Teams. Nach Intervention von Bernie Ecclestone konnte mit Ford eine Verlängerung des Motorendeals (Kundenmotoren mit technischem Stand 1998) erreicht werden. Vom Wechsel zu Michelin Reifen versprach man sich viel. Nach dem Abgang von Marc Gene und Gaston Mazzacane gab es mit Fernando Alonso und Tarso Marques zwei neue Piloten. Es war absolut erstaunlich, dass man in derart kurzer Zeit und vor allem mit derart bescheidenen Mitteln wieder einen respektablen Grand Prix Renner aus dem Boden stampfen konnte. Dann wanderte Chefdesigner Gustav Brunner zu Toyota ab. Für 2002 sicherte man sich die Asiatech-Motoren, die bis dahin Arrows benutzt hatte. Fernando Alonso konnte man nicht halten, er wurde Testfahrer bei Renault. In Australien 2002 gelangen unter glücklichen Umständen endlich wieder WM-Punkte. Mitte der Saison gab es Turbulenzen um die Prost TV-Gelder, schlussendlich bekam man sie aber doch. Essentiell für das Überleben, denn WM Punkte gab es 2003 keine. Sehr wohl aber 2004 in den USA, als Zsolt Baumgartner in einem ausfallsreichen Rennen als Letzter noch einen WM Punkt holte. Für 2005 unterzeichnete Paul Stoddart einen Vertag mit Ford, der ihm aktuelle Motoren sicherte. Leider verkaufte Ford kurz danach die Motorenschmiede. In Australien versuchte Stoddart mit dem Vorjahreswagen anzutreten, musste jedoch den Wagen umbauen, um starten zu dürfen. Die Einführung des ersten neuen Autos seit mehreren Jahren in Imola endete mit einem Doppelausfall. In den USA konnte man nach dem Rückzug von allen Michelin-Teams erstmals seit 16 Jahren beide Autos in die Punkte fahren. 2006 verschwand der Name endgültig aus der Formel 1 - das Team wurde an Red Bull verkauft und in Toro Rosso umbenannt.

Erfolge:

Einige 4. Plätze
2x Pierluigi Martini
1x Christian Fittipaldi

11. Rang Fahrer WM
Pierluigi Martini 1991

7. Rang Konstrukteurs WM
M191 Ferrari 1991

Links:
Minardi Team F1

Saison

Chassis, Motor, Piloten

Starts

Siege

Punkte

Rang

1985 M185 Ford
M185 Motori Moderni Turbo
Pierluigi Martini
15 0 0 -
1986 M185B Motori Moderni Turbo
M186 Motori Moderni Turbo
Andrea de Cesaris
Alessandro Nannini
15 0 0 -
1987 M187 Motori Moderni Turbo
Alessandro Nannini
Adrian Campos
16 0 0 -
1988 M188 Ford
Pierluigi Martini
Luis Perez Sala
Adrian Campos
14 0 1 10
1989 M188B Ford
M189 Ford
Pierluigi Martini
Luis Perez Sala
Paolo Barilla
16 0 6 10
1990 M189 Ford
M190 Ford
Pierluigi Martini
Paolo Barilla
Gianni Morbidelli
16 0 0 -
1991 M191 Ferrari
Pierluigi Martini
Gianni Morbidelli
Roberto Moreno
16 0 6 7
1992 M191B Lamborghini
M192 Lamborghini
Christian Fittipaldi
Gianni Morbidelli
Alessandro Zanardi
15 0 1 11
1993 M193 Ford
Christian Fittipaldi
Fabrizio Barbazza
Pierluigi Martini
Jean Marc Gounon
16 0 7 8
1994 M193B Ford
M194 Ford
Pierluigi Martini
Michele Alboreto
16 0 5 10
1995 M195 Ford
Pedro Lamy
Pierluigi Martini
Luca Badoer
17 0 1 9
1996 M195B Ford
Giancarlo Fisichella
Pedro Lamy
Giovanni Lavaggi
Tarso Marques
16 0 0 -
1997 M197 Hart
Jarno Trulli
Ukyo Katayama
Tarso Marques
17 0 0 -
1998 M198 Ford
Shinji Nakano
Esteban Tuero
16 0 0 -
1999 M01 Ford
Marc Gene
Luca Badoer
Stephane Sarrazin
16 0 1 10
2000 M02 Fondmetal
Marc Gene
Gaston Mazzacane
17 0 0 -
2001 PS01  European
Tarso Marques
Fernando Alonso
Alex Yoong
17 0 0 -
2002 PS02 Asiatech
Mark Webber
Alex Yoong
Anthony Davidson
16 0 2 9
2003 PS03 Ford
Jos Verstappen
Nicolas Kiesa
Justin Wilson
16 0 0 -
2004 PS04B Ford
Zsolt Baumgartner
Gianmaria Bruni
18 0 1 10
2005

PS04B Cosworth
Christijan Albers
Patrick Friesacher
Robert Doornbos

19 0 7 10